Der Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf wurde 1983 von sieben engagierten Lammersdorfer Heimatfreunden gegründet. Vorausgegangen war der Vorschlag des Lammersdorfer Lehrers H. Jürgen Siebertz, das kulturelle Erbe unserer Vorfahren zu achten und nach Möglichkeit zu bewahren. Was aus einer Idee entstand, entwickelte sich in den Jahren danach zu einem relativ großen, als gemeinnützig eingetragenen Verein, der durch seine vielfältigen Aktivitäten einen immer größer werdenden Bekanntheitsgrad erlangte.

Der Vorstand

Oberstes Organ des Vereins ist die Mitgliederversammlung und ihre Satzung

vertreten durch den (geschäftsführenden) Vorstand

Vorsitzender Georg Schruff ( seit 2012 )

Stellvertreter Ralph Mertes ( seit 2019 )

Stellvertreter Andrea Dickmeis (seit 2019 )

Schriftführerin Lioba Wynands-Görke ( seit 2009 )

Kassenführerin Astrid Skropke ( seit 2009 )

Warum einen Heimatverein gründen?

Erinnerungen der Gründungsmitglieder

Helmut Genter, Graphikerdesigner grad., aus Lammersdorf

  hat die Entstehung des Heimatvereins und des Bauernmuseum  aus  seiner persönlichen Sicht dargestellt.




 Ja, da stand er 1981 wieder vor mir: Jürgen Siebertz. Ehemals Nachbarkinder, aber dannhatte man sich aus den Augen verloren, und jeder von uns war seinen Weg  gegangen.Er wurde ein erfolgreicher Außendienstmitarbeiter bei einem US-Konzern, wechselte 1972 in eine völlig andere Sparte und studierte den Beruf des Sonderschullehrers. Nebenher entdeckte so nebenher ein neues Hobby: die Malerei.  Über‘s Malen hatten wir uns schon öfter unterhalten und diskutiert…Farbkompositionen, Stilrichtungen etc.). Jetzt  präsentierte er mir seine neue,  tolle Idee.

Zeichnen und Malen waren schließlich auch bei mir seit meiner Kindheit als Talent vorhanden, und das war es, was uns beide zu dieser Zeit verband. Aber ich, als einziges Kind meiner Eltern, dazu auch noch Sohn, war eigentlich dazu bestimmt, die Landwirtschaft meiner Eltern zu übernehmen. Doch es kam alles anders. Im „zarten“ Alter von 19 Jahren ging ich nach Dortmund, begann dort mein Studium als Grafik-Designer und vollendete dies 1973 in Aachen mit dem akademischen Grad „Designer grad.“.

Über‘s Malen, wie schon gesagt, hatten wir uns ja vorher schon einige Male ausgetauscht, und deshalb, so dachte ich, sei auch dies der Grund seines Erscheinens. Der Grund war aber an diesem Abend ein anderer: Er hatte wieder eine Idee. Jürgen hatte eigentlich immer schon verrückte, tolle und gute Ideen. Doch diesmal … es war irgendwie anders, es lag was in der Luft. Die folgende Idee schien wirklich Hand und Fuß zu haben und es war ihm, so empfand ich es jedenfalls, sehr ernst damit. Er hatte die Vision, die Geschichte Lammersdorfs zu erforschen, zu erhalten und in Schrift, Bild und Taten festzuhalten. Er wollte bestimmte Dinge und Werte auch den Nachkommen noch zeigen können, denn in Lammersdorf ging langsam aber sicher einiges an Traditionsreichem und Ortstypischem verloren.

Unter anderem waren schon drei alte Bauernhäuser – das von „Chrisdendrügde Berta“, „Musch Hennes“ und von „Hoppe Herman Jupp“ – innerhalb kürzester Zeit abgerissen worden. Das Haus von Willi Bongard („Walze Michel“) würde das nächste sein, das der damaligen „modernen und zeitgemäßen“ Dorfplanung zum Opfer fallen sollte. Jenes habe ich, übrigens auf Anraten von Jürgen, noch kurz vor dem Abriss fotografieren können. Zu dieser Zeit arbeitete ich noch nebenbei für den Zeitungsverlag Aachen, und so fand der Abriss dieses eigentlich ortsuntypischen Hauses – es war ein sehr auffälliges und repräsentatives Bauwerk – wenigstens dort noch einen würdigen Platz im Lokalteil. Dann war auch dieses Wahrzeichen für immer von der Bildfläche unseres Ortes verschwunden.

 

Da also einiges unserer Dorfkultur verloren ging, war, wie auch ich fand, dies genau der richtige Zeitpunkt, einen Verein für die Erhaltung der „Heimatgeschichte und Dorfkultur“ zu gründen. Nur, wie und wo konnte man die Dinge, die verloren zu gehen schienen, aufbewahren, archivieren und der Nachwelt in entsprechendem Ambiente präsentieren? Ihnen einen Platz geben, der ihrer würdig ist, echt einkehren und die Objekte und Dokumente besichtigen und in der Vergangenheit stöbern und repräsentativ, wo Besucher können? Ein echtes Problem.

So saßen wir nun an jenem besagten Abend da und überlegten, planten und sponnen einige Ideen. Aber ich wurde das Gefühl nicht los, als hätte Jürgen eigentlich schon etwas Konkretes im Hinterkopf. So war es dann auch. „Helmut, wie wäre es, wenn wir deine alte Mühle als Ausstellungsraum nutzen und umgestalten, für Besucher und Interessenten zugänglich machen. Das Ambiente, die alte Mühle, die sogar noch funktioniert, und das Drumherum wären doch toll, oder?“ Irgendwie fühlte ich mich geehrt und „gebauchpinselt“, gleichzeitig war ich hin- und hergerissen. Jede Menge Leute, andauernd bei mir im Haus … naja. Wir (meine Frau Elke, unsere Söhne Thomas und Lukas und ich) wollten ja hier wohnen, und es war noch nicht alles fertig umgebaut. Ich musste noch ganz schön reinhauen, um der Mühle ein wohnliches Ambiente zu geben, damit wir hier demnächst zeitgemäß leben könnten. Nun sollte hier auch noch ein Museum eingerichtet werden.

Es wurde nichts entschieden, aber es entstand schon mal eine grobe Vorstellung, wie unser Museum aussehen und funktionieren würde – und unsere Bilder im Kopf nahmen dann auch langsam konkretere Formen an. Es verging noch einiges an Zeit und aus der Idee, die Mühle zu besiedeln, wurde – Gott sei Dank! – der Erwerb eines ganzen Hauses nebst Grundstück, wo auch Platz für unser altes Heugebläse war, das dann aus unserer Scheune aufs Museumsgelände, die jetzige Wiese mit Garten und Backes, wanderte. Von da an ging alles eigentlich relativ zügig voran. Es wurde geplant und gewerkelt. Jeder packte nach seinen Fähigkeiten mit an.

Mein Engagement lag nicht im „Hand anlegen“, denn handwerklich musste ich mich ja zu Hause beim Umbau der Mühle noch kräftig reinhängen; und das nach täglich zehn bis zwölf Stunden Werbeagentur-Stress. Mein Einsatz beim „Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e. V.“ und seinen Ablegern kam etwas später: Entwurf, Gestaltung und Umsetzung der Prospekte und Plakate zur Eröffnung des Museums sowie für die unterschiedlichen Bereiche des Vereins wie Kunstausstellungen, Mundartkreis und den wieder ins Leben gerufenen Theaterverein. In letzterem engagierte sich auch Elke als „Schauspielerin“ unter der damaligen Leitung von Ernst Stollenwerk. Mir oblag dabei die Gestaltung und Umsetzung des Bühnenbilds, ferner die Gestaltung und der Druck der Einladungen, Flyer und Plakate. Auf diesen Gebieten konnte ich der Dorfkultur etwas Gutes tun und mich künstlerisch und praktisch einbringen. Das war meine Welt, mein bescheidener Beitrag zur Darstellung des Vereins. Eben jeder nach seinen Fähigkeiten.

Und nicht zu vergessen, die vielen sonntäglichen Stunden für den Verkauf der Eintrittskarten und die Beratung im Kartenverkaufs-Häuschen am Eingang des Museums.